Rezepte für den perfekten Onboarding Prozess

Der Onboarding Prozess - RekrutierungEs ist eine Sache, den Recruiting-Prozess auf den Weg zu bringen. Eine andere ist es, neue Mitarbeiter mit eleganten Onboarding Prozessen in das Unternehmen aufzunehmen.

Eine gute Mitarbeiterführung beginnt bei ihrer Einführung. Diese Phase wird leider von manchen Personalverantwortlichen kaum beachtet, an ungeschulte Mitarbeiter der entsprechenden Abteilung übertragen und fällt für sie so komplett aus dem Personalmanagement heraus – ein Fehler, der langfristigen Schaden anrichten kann.

Denn fühlen sich neue Talente in einem Unternehmen nicht von vornherein wertgeschätzt, untergräbt das die Glaubwürdigkeit einer zuvor mit Mühe aufgebauten Arbeitgebermarke.

Die Folgen sind eine erfolglose Probezeit oder Kandidaten, die zwar bleiben, aber demotiviert und dem Unternehmen gegenüber nicht loyal sind.

Wo beginnt der Onboarding Prozess für neue Angestellte?

Es geht beim Onboarding nicht nur um den Eindruck am ersten Tag, auch wenn dieser immens bedeutend ist. Niemand möchte gleich zu Beginn hilflos herumstehen, anderen auf die Füße treten und von einem unwilligen neuen Kollegen zum nächsten geschoben werden. Das gute Gefühl, gewollt und respektiert, mit Freude empfangen zu werden, ist prägend. Das negative, zu stören und im Weg zu sein, ebenso. Der gute Eindruck sollte sich jedoch nicht allein auf die ersten Tage beschränken. Das Onboarding neuer Angestellter beginnt schon zuvor, nämlich mit der Zusage zum neuen Job und einer Willkommensnachricht mit allen wichtigen Telefonnummern und Adressen für Rückfragen. Dann geht’s weiter mit dem Einrichten des neuen Arbeitsplatzes samt eigener E-Mail-Adresse und Telefondurchwahl, ggf. der vorzeitigen Erstellung von Visitenkarten, einem Rundum-Sorglos-Paket für den ersten Tag. Zusätzlich sollte bestimmt werden, wer sich um den Neuling in den ersten Wochen kümmert. Eine Einarbeitungsstrategie sollte erarbeitet und mit allen Beteiligten besprochen werden.

 


Quelle: www.hrzone.com

So empfangen Sie die neuen Talente richtig

Ist der Arbeitnehmer zu seinem neuen Job angetreten, ist eine erste Willkommensrunde samt Vorstellung der primären Ansprechpartner ein Muss. Nicht nur, damit neue Mitarbeiter sich integrieren, sondern vor allem, damit sie ihr Talent voll ausschöpfen und richtig einsetzen können. Gelangweilte Neulinge, die nichts zu tun haben, fördern weder das Unternehmenswachstum noch die eigene Motivation.

In den ersten Tagen eines neuen Kandidaten sollte der direkte Vorgesetzte sich vorstellen, auf Augenhöhe kommunizieren und vermitteln, was die nächsten Schritte und was langfristige Ziele sind. Wichtig sind regelmäßige Rückversicherungen. In Präsentationen oder Team-Meetings sollte zusätzlich ein Überblick geschaffen werden über aktuelle und anstehende Arbeitsprojekte, wichtige Key-Accounts, die es zu kennen gilt, allgemeine Umgangsformen, Besonderheiten. Dazu gehören nicht nur arbeitsrelevante Inhalte. Auch der Weg in die Kantine, das letzte und das anstehende nächste Firmen-Event, die Weihnachtsfeier und der Umgang mit Kaffeepausen gehören dazu.

Wie in vielen Bereichen des Personalmanagements gilt auch im Onboarding-Prozess: Ihre Talente sind nur so gut, wie Sie es Ihnen ermöglichen.

Die Kennenlernphase zwischen Unternehmen und Talenten

Insofern ist Kommunikation das A und O. Fragen Sie in den ersten Wochen des Onboardings gezielt nach. Geschlossene Fragen wie: „Kommen Sie zurecht?“ führen in eine Sackgasse, denn die Antwort wird in den allermeisten Fällen ein „Ja“ sein, auch wenn das nicht der Wahrheit entspricht. Besser geeignet für ein offenes, ehrliches Miteinander sind Fragen wie:

  • Wo haben Sie noch Fragen?
  • Wie kann ich Ihnen bei Ihrer Eingewöhnung noch behilflich sein?
  • Welche Unterlagen / Informationen benötigen Sie, um sich in das Thema hineinzuarbeiten?

Dabei sollten Informationen und Feedback auch bei den direkten Kollegen eingeholt und ernstgenommen werden. Die zwischenmenschlichen Eindrücke sind oft erste Anzeichen für Entwicklungen, die erst später in Fakten messbar sind – positiv wie negativ.

Wann ist das Onboarding beendet?

Streng genommen ist das Onboarding ein jahrelanger Prozess, denn Sie können erst sicher sein, dass Ihr Kandidat sich integriert hat, wenn er nicht innerhalb von zwei bis drei Jahren kündigt. Besonders Arbeitgeber, die befristete Arbeitsverträge vergeben, können den Onboarding-Prozess positiv mit jeder Verlängerung steuern.

Denkbar ist dabei auch eine vorzeitige Entfristung (beispielsweise statt einer Verlängerung), die den Kandidaten seiner Stellung versichert und ihm Ansporn für weitere Karriereschritte ist. Vorgesetzte und Personalverantwortliche sollten immer wieder das Gespräch unter vier Augen suchen und sich dabei nicht nur auf Bilanzen und Zahlen stützen.

Klären Sie auch, ob es dem Mitarbeiter gut geht, ob er sich ausreichend gefordert fühlt, lassen Sie sich von seinen Zielen und aktuellen Projekten berichten.

Benefits eines gelungenen Onboarding Prozess:


Quelle: Commonwealth Payroll & HR

Was gutes Onboarding bewirken kann

Letztlich ist es für Personalverantwortliche nicht leicht, sich in jeden Mitarbeiter hineinzuversetzen, geschweige denn jedem die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Es sollte jedoch immer Ziel sein. Zufriedene, gut angekommene Mitarbeiter tragen schließlich den Erfolg des Unternehmens auf ihren Schultern. Das beste Recruiting ist nichts wert, wenn das gewonnene Personal nach der Probezeit oder nach dem ersten Jahr abwandert. Ebenso wenig ist gewonnen, wenn Motivation und Loyalität für den eigenen Arbeitgeber fehlen. Gutes Onboarding hat zum Ziel, dem Kandidaten zu vermitteln, dass er angekommen ist und in Ihrem Unternehmen wirklich etwas erreichen will und kann. Wenn Sie das erreichen, betreiben Sie wirklich erfolgreiches Recruiting.