Monatliches Reporting für Kleinunternehmen

Gerade im Bereich der Kleinst- & Kleinunternehmen (bis 49 MA, bis Umsatz 10 Mio) wird das Thema Monatliches Reporting bzw. laufendes Reporting immer wieder unterschätzt.

KMU Finanzen Reporting

Die meisten Kleinunternehmen begnügen sich nach wie vor mit einem Jahresabschluss. Dieser wird in der Regel von einem externen Treuhänder einmal im Jahr, meistens Ende Q1 des Folgejahres erstellt und gibt Auskunft über den Erfolg und die finanziellen Verhältnisse des Unternehmens vom vergangenen Geschäftsjahr.

In der heutigen Zeit des immer schneller werdenden Wandels in der Wirtschaftswelt also bereits viel zu spät, um als Entscheidungsgrundlage für das laufende Geschäft zu dienen.

Der Grund für diesen Umstand liegt nicht etwa darin, dass Geschäftsführer und Manager nicht den Nutzen einer aktuellen Finanz- & KPI-Beurteilung sehen, sondern viel mehr in den vermeintlichen Kosten der Erhebung und des Unterhalts dafür. Vor nicht allzu langer Zeit war noch eine ganze Armada von Buchhaltern und Controllern notwendig, um ein seriöses Berichtswesen zu unterhalten.

Mit der Digitalisierung und Automatisierung kann dies aber heutzutage, je nach Anspruch, auf ein Minimum beschränkt werden.

Ein mit der internen Administration und/oder Buchhaltung betrauter Mitarbeiter kann mit einer guten Software und automatisierten Prozessen entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit einem externen Treuhänder die Kosten auf einem überschaubaren Niveau halten.

Jedes KMU sollte sich von Zeit zu Zeit um dieses Thema kümmern und sich fragen, ob es nicht besser wäre, jederzeit zu wissen, wie es um das Unternehmen finanziell oder in Sachen Performance steht, anstatt während des gesamten Geschäftsjahres im «Blindflug» zu sein oder von falschen Zahlen auszugehen, weil die monatlichen Abgrenzungen in der Buchhaltung fehlen.

Natürlich müssen Nutzen und Aufwand im Einklang sein.

Oft reichen aber für kleinere Unternehmen die Standardberichte und eine Hand voll nützlicher KPI’s völlig aus.

Diese sollten aber jederzeit, oder zumindest einmal monatlich, zur Verfügung stehen um sie für wichtige Entscheidungen, wie z.B. Personal- & Projektplanung, Investitionen oder die Rendite von einzelnen Sparten, Produkten oder Dienstleistungen, gebrauchen zu können.

 

 

Man stelle sich vor wie viel Geld unter Umständen eingespart werden könnte, wenn z.B. während des aktuellen Geschäftsjahres herauskäme, dass eine einzelne Sparte oder ein Produkt laufend Verlust erzielt und man durch diverse Entscheidungen diesen Missstand beheben könnte.

Ein weiteres Beispiel ist die Liquiditätsplanung: Eine laufende Sicht auf die liquiden Mittel bzw. deren Planung über die folgenden Monate kann ein KMU je nach Situation von Engpässen oder Schlimmerem bewahren.

Ich empfehle jedem KMU, welches noch kein monatliches Reporting besitzt, sich mit seinem Treuhänder oder internen Buchhaltung über die Möglichkeiten, ein Solches zu implementieren, zu unterhalten.

 

Reto Müller (CFO / unisite AG)

 

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