Fluktuation – Mitarbeiterbindung als Gegenkraft

Mitarbeiterbindung als Gegenkraft zur FluktuationStrategische Personalplanung zeichnet sich dadurch aus, dass unter Einbeziehung der Unternehmensziele und der Marktanalysen gemeinsam mit der Unternehmensführung langfristig geplant wird. Dabei sind Eventualitäten wie Markteinbrüche und Produktionsausfälle ebenso eingeschlossen wie die marktbedingte Fluktuation von Mitarbeitern. Nachhaltige Personalplanung, eine relativ junge Richtung im Human Ressource Management, hingegen hat sich zum Ziel gesetzt, langfristig die Mitarbeiterstruktur zu halten und zu stärken. Statt die Fluktuation und Abwanderung von Personal einzuplanen und kompensieren zu müssen, wird ihr entgegengewirkt. Statt zu reagieren, wird agiert.

 

Gründe für nachhaltiges Personalmanagement

Das nachhaltige Personalmanagement setzt bei der Planung wie auch bei der Personalentwicklung auf Langfristigkeit. Mitarbeiterbindung ist ein Stichwort, das vom ersten Tag an gelten muss, wenn individuell nachhaltig geplant und organisiert werden soll innerhalb des Personalwesens. Bereits in den 1990ern besagte die sogenannte Triple Bottom Line, dass Unternehmen nicht nur ihren Gewinn, sondern auch das Wohl der Umwelt sowie das der Gesellschaft als ihre Ziele verfolgen sollten. Damit wird eine ganz neue Strategie innerhalb des Human Ressource Managements verfolgt. Nötig ist das allemal, und angesichts der bereits langen Vorüberlegungen seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts ist es verwunderlich, dass die praktische Umsetzung noch in den Kinderschuhen steckt. Denn die Bereitschaft zur Fluktuation ist laut neueren Zahlen in den letzten Jahren deutlich angestiegen unter deutschen Arbeitnehmer(inne)n. Gründe dafür sind oft mangelnde individuelle Förderung, ein Mangel an sozialer Umweltfreundlichkeit sowie grundlegende Mängel im Arbeitsklima.

 

Umweltfreundliches Arbeitsklima schaffen

Dabei liefert nachhaltiges Personalmanagement genau für diese Probleme die vorbeugenden Maßnahmen und setzt dort an: im Innern des Unternehmens, also bei internen wie externen Stakeholdern, in der Führungsebene ebenso wie in der dauerhaften Belegschaft und den Praktikanten. Dafür spielen eine transparente, beidseitige und durchlässige Kommunikation ebenso eine Rolle wie die Stärkung bereits vorhandener Kompetenzen einzelner Mitarbeiter. Auch die Laufbahnplanung muss in vertikaler wie horizontaler Richtung beachtet und umgesetzt werden, so die Idee der nachhaltigen Personalplanung.

 

Wirtschaftlicher Gewinn durch soziale Nachhaltigkeit

Das Ziel nachhaltigen Personalmanagements ist es, eine gleichbleibend motivierte, gleich starke und in ihrer Expertise wachsende Personalbelegschaft zu beschäftigen. Dabei sollten Gleichbehandlung, die Möglichkeit zu persönlicher Entwicklung und sogenanntes „Well-Being“ im Vordergrund stehen. Ebenso wichtig ist eine umweltfreundliche Tätigkeit, beziehungsweise ein umweltfreundliches Klima. Das bedeutet, ein hohes Stressniveau zu vermeiden und für Wohlbefinden und ein angenehmes Betriebsklima zu sorgen. Es ist kein Geheimnis, dass psychisches Wohlbefinden und eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu größerer Motivation, gesteigertem Fleiß und psychischer wie physischer Gesundheit führen. Davon profitiert letztlich – und vor allem nachhaltig mit vergleichsweise wenig Kosteneinsatz – auf der wirtschaftlichen wie sozialen Ebene das Unternehmen selbst.

 

Personalmanagement statt Personalsuche

Das klingt leichter, als es ist, und bedarf zunächst einer kontinuierlichen Arbeit am eigenen Image und an der Personalführung. Mundpropaganda – das wissen die meisten CEOs, geht es um die Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens in anderen Belangen – ist die effektivste Werbung, und Werbung ist für ein nachhaltiges Personalmanagement unverzichtbar. Nachhaltige Personalbeschaffung kann eben auch bedeuten, Werkstudenten und Praktikanten entsprechend zu entlohnen und in das Sozialgefüge des Unternehmens einzubinden.

 

Mitarbeiterbindung ist, wie die Kundenbindung, eine dauerhafte, permanente Herausforderung. Ihr Lohn ist allerdings, dass die Personalsuche sich als sehr ergiebig erweist, langfristigen Nutzen bringt und Neuplanungen somit deutlich weniger Zeit einnehmen. Mitarbeiterfluktuation wird in einem sozial verträglichen Umfeld und einem umweltfreundlichen Betriebsklima kaum eine Rolle spielen, sofern alle Säulen der nachhaltigen Personalplanung eingehalten werden: Laufbahnplanung, transparente Kommunikation, „Well-Being“ und eine intakte Work-Life-Balance.