Die Bewerbungen der Zukunft.

Social Recruiting mit unisiteUm als Recruiter zu entscheiden, wer ein guter Bewerber ist, muss der Blick in die Bewerbungsunterlagen ausreichen.

Doch auf welchem Weg gehen die besten Bewerbungen ein, und wofür nehmen sich die Kandidaten die meiste Zeit? Auf welchem Weg werden sie sich in Zukunft lieber bewerben, und was dabei besonders beachten?

Auch heute, in Zeiten der Digitalisierung und des mobile Recruitings brauchen Bewerber laut Umfragen im Schnitt noch eine volle Stunde, um eine vollständige Bewerbung zu schreiben.

Dazu gehört die Recherche rund um das Unternehmen ebenso wie das Zusammenstellen der benötigten Unterlagen. Nicht jedes Recruiting-Verfahren fordert Bewerbern die gleichen Informationen ab. Auch zwischen Initiativbewerbungen, schriftlichem Bewerbungsverfahren auf dem Postweg, der Bewerbung per E-Mail und dem Befüllen von Online-Recruiting-Pools mit Upload-Funktion für Dokumente besteht für den Interessenten ein großer Unterschied. Während es noch vor wenigen Jahren vollkommen ausreichend war, Bewerbungen in Papierform und einer allgemein anerkannten Form zu verfassen, müssen sich Kandidaten heute viel individueller nach den Vorgaben der Unternehmen richten. Dennoch bleibt das Anschreiben der zeitintensivste Faktor und der, in den die größte Hoffnung gelegt wird, als Alleinstellungsmerkmal zu überzeugen.

Bewerben als Ausdauerleistung

Im Schnitt versenden Jobsuchende rund 25 Bewerbungen, um letztlich ein Stellenangebot zu erhalten. Dabei liegt circa ein Drittel der Suchenden unter und ein Drittel über diesem Wert. Beinahe 10% der Bewerber versenden laut Umfragen sogar mehr als 50 Bewerbungen, bevor sich daraus ein neues Stellenangebot für sie ergibt. Immer mehr große Unternehmen legen Wert auf Formularbewerbungen. Bereits im Jahr 2016 befanden sich die Formularbewerbungen mit über 40% auf demselben Niveau wie die E-Mail-Bewerbungen. Für Bewerber bedeutet das, sich jedem Unternehmen neu anpassen zu müssen. Das erleichtert auf Seiten der Unternehmen den Recruiting-Prozess ab dem Eingang der Formulare, da deren Vorsortierungen auf den ersten Blick zu erkennen ist. Der entscheidende Schritt in ihrer Handhabung ist dann jedoch die zeitnahe Bearbeitung der eingegangenen Bewerbungen. Hier besteht Verbesserungsbedarf, geben befragte Kandidaten an, die oft Wochen auf eine Rückmeldung warten oder gar nicht erst eine erhalten.

Während Großunternehmen die zeitsparende und effiziente Form der Formularbewerbungen bevorzugen, weil sie die Auswertung und Aufnahme eines größeren Bewerberstroms zulässt, legen mittelständische Unternehmen deutlich höheren Wert auf Bewerbungen per E-Mail. Sie erleichtern die Auswertung im Gegensatz zu Papierbewerbungen, und ermöglichen eine zügige Rückmeldung, die mit minimalen Kosten verbunden ist. Hier stimmen befragte Bewerber ähnlich ab wie die Mittelständler: über 70% der Kandidaten bevorzugen die Bewerbung per E-Mail. In Anbetracht der Alternativen ist diese für Bewerber auch mit dem geringsten Aufwand verbunden. Zudem liegt dem Bewerber für eine Rückfrage damit auch E-Mail-Adresse vor.


Quelle: Studie / Bewerbungen der Zukunft – Universität Bamberg

 

Transparenz im Recruiting-Verfahren

Denn Jobsuchende haben ein Informationsbedürfnis, das nur selten bis gar nicht von Recruitern und Personalern gestillt wird. Auch in der Zukunft wird sich dies wahrscheinlich nicht grundlegend ändern, vertraut man Umfragedaten. Es ist nur verständlich, dass nicht jeder abgelehnte Bewerber eine ausführliche Begründung erhalten kann. Andersherum ist das Bedürfnis nach Informationen ebenso nachvollziehbar. Immerhin geben dank Digitalisierung beinahe alle befragten Großunternehmen eine (automatisierte) Eingangsbestätigung auf Bewerbungen heraus und nennen einen Ansprechpartner für Rückfragen. Auch die Aufnahme in den Kandidatenpool bei Nicht-Zusage zu einem Stellenangebot ist inzwischen relativ einheitlich verbreitet. – Eine Regelung, die es den Kandidaten häufig erleichtert, sich mit einer Absage abzufinden, die jedoch nicht den Wunsch nach weiteren Informationen befriedigt. Neun von zehn Kandidaten wünschen sich die Angabe von Absagegründen, doch nur ein Viertel der Unternehmen bieten diese Informationen an. Dreiviertel der Unternehmen nehmen sogar auch für die Zukunft Abstand von solchen Angaben.

Employer Branding mit kleinem Aufwand und großer Wirkung

Diese enorme Diskrepanz zwischen der Erwartungshaltung von Bewerbern und dem tatsächlichen Verhalten von Personalern in Großunternehmen birgt eine große Chance. Denn Recruiter erhalten mit der simplen Einführung einer zeitigen Rückmeldung auf Bewerbungen die Möglichkeit einer deutlichen Verbesserung gegenüber ihren Mitbewerbern. Das Employer Branding beginnt im Recruiting-Prozess. Kandidaten merken sich angesichts genannter negativer Zahlen besonders die Unternehmen, die sich innerhalb kurzer Zeit zurückmelden. Entscheidend ist dabei auch die Zeit, die bis zur Rückmeldung vergeht. Denn obwohl Unternehmen laut Umfragen nicht einmal zehn Minuten benötigen, um eine Bewerbung zu beurteilen, lassen sie sich dennoch bis zu zwei Wochen Zeit für eine Rückmeldung, sofern diese überhaupt erfolgt. – Ebenso lässt sich bei der Y-Generation laut Umfragen mit dem Angebot anonymer Bewerbungen punkten. Was vielen Unternehmen noch nicht gefallen will, ist bei den jungen Talenten ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Innovation und Zeitgeist.

Mit einem Klick zueinander finden – Zeitsparendes Online-Recruiting

Einfacher ist eine Rückmeldung natürlich mit weitgehend automatisierten Systemen. Mit der neueren Form der One-Click-Bewerbung beispielsweise kann das Bewerbungsverfahren beiden Seiten erleichtert werden. Der Bewerber kann dabei aus einem Netzwerk oder eine Lebenslaufdatenbank heraus sein vorgefertigtes Profil mit nur einem Klick an den Wunscharbeitgeber weiterleiten. Das Verfahren ist standardisiert und funktioniert schnell. Doch nur wenige Unternehmen bieten die One-Click-Bewerbung bisher überhaupt an, wobei sie in Job-Portalen hingegen bereits häufig Standard ist. Zwar fürchten Unternehmen, dass sich weniger selektierte und insgesamt mehr Bewerber über dieses Verfahren bei ihnen bewerben könnten. Die nachträgliche Selektierung könnte jedoch langfristig durch ausbleibende Anschreiben und die Fokussierung auf Empfehlungen und Lebensläufe erleichtert werden.

Bewerben der Zukunft – Ein Mix, mit Potenzial in viele Richtungen

Letztlich ist die Entwicklung des Bewerbungsverfahrens für die Zukunft nicht festgelegt. Stattdessen kristallisieren sich unterschiedliche Favoriten heraus. Das Anschreiben einer Bewerbung wird zwar noch von der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen und Kandidaten als wichtig angesehen, um sich gegen Mitbewerber positiv hervorzuheben. Doch der Lebenslauf wird immer wichtiger. Möglicherweise liegt es an den zunehmenden Formularbewerbungen, in denen Anschreiben teilweise nicht mehr vorgesehen sind. Was früher das gute Briefpapier oder die schicke Bewerbungsmappe, ist in Zukunft möglicherweise der Lebenslauf mit interessanten Nebenqualifikationen und Softskills. Dafür bietet sich auch die One-Click-Bewerbung als Methode an. Bedarf besteht hier in der Aufrüstung der Unternehmen, denen entsprechende Online-Tools größtenteils noch fehlen, und in der einfachen aber effektiven Umsetzung von Bewerberwünschen: mit einer zeitigen Rückmeldung an die Bewerber zum Beispiel in Form einer Rundmail mit Zwischenstands-Infos ist oft schon viel gewonnen. Und auch an die anonyme Bewerbung sollten sich zukunftsträchtige, innovative Unternehmen besser früher als später heranwagen. Einen Versuch ist sie allemal wert.