Active Sourcing und Direktansprache – schon viele Unternehmen sehen hier den neuen Königsweg bei der Personalgewinnung. Andere belächeln es als Hype. Es liegt immer in Ihrer Hand, was daraus entsteht. Ein Active Sourcing mit klarer Strategie, sorgfältig ausgewählter Methodik und individuell abgestimmter Kommunikation kann Ihnen helfen, schnell jede Position bestmöglich zu besetzen. Lesen Sie jetzt, wie das funktioniert.
Die oberste Maxime des Active Sourcing ist die individuelle Ansprache jedes Kandidaten. Massenmails ohne jede persönliche Note – selbst noch so gut formuliert – genügen heute nicht mehr. Im Gegenteil: Sie beschädigen eher das Image des Recruiters oder das ganze Employer Branding. Gutes, effektives Active Sourcing sieht anders aus:
Es beginnt immer mit persönlicher Ansprache nach genauer Analyse von Profilen und digitaler Body Language.
Das Netz ist der Hauptkommunikationskanal für die Direktansprache. Active Sourcing Recruiting kann aber genauso von Mensch zu Mensch geplant werden – zum Beispiel mit Campus Recruiting oder Talent Scouting. Grundsätzlich gilt dabei:
Junge Talente und begehrte Fachkräfte wollen und müssen mittlerweile intensiv umworben werden. Das beginnt bereits mit einer individuellen, zielorientierten Kandidatenansprache. Dabei sind die Rollen komplett neu verteilt. Nicht mehr der Bewerber muss Sie überzeugen – Sie müssen den Bewerber von Unternehmen und Position überzeugen. Ihr Recruiting wird dadurch aufwendiger, langwieriger und muss eher verkaufsorientiert ausgelegt sein. Aber im Wettbewerb um die besten Köpfe zahlt sich diese Mühe definitiv aus.
Für Active Sourcing mit Erfolg braucht es unbedingt klare Strukturen und eine Strategie. Die beginnt schon mit der richtigen Auswahl der Netzwerke der eigenen Zielgruppe. Dort muss sich jede Kandidatensuche dann an einem klaren, detailliert formulierten Anforderungsprofil orientieren. Ist der Wunschkandidat gefunden, sprechen Sie ihn professionell an. Nur so profitieren Sie von den Vorteilen der Direktansprache. Andernfalls werden Sie schnell die Schattenseiten dieser Personalbeschaffungsstrategie kennenlernen:
Profi-Sourcer erledigen bei der Direktansprache keineswegs die ganze Arbeit selbst. Besonders bei der Kandidatensuche setzten sie auf Sourcing Software oder Sourcing Services. Mit intelligenten Algorithmen durchsuchen diese schnell und effizient Dutzende Netzwerke oder Datenbanken nach dem gewünschten Anforderungsprofil. Und viele Sourcer haben sicher auch schon Sourcing Templates genutzt oder sich von Vorlagen wie diesen inspirieren lassen:
Hier finden Sie zum Beispiel eine E-Mail-Vorlage speziell für die Direktansprache von Softwareentwicklern.
Und diese englische Seite liefert gleich 37 Vorlagen mit unterschiedlichen Anknüpfpunkten für eine Direktansprache.
Vorsicht bei der Verwendung von Templates!
Bei der Verwendung solcher Vorlagen wandern Sie immer auf einem schmalen Grat. Zwischen den verschiedenen Textbausteinen bleibt meist zu wenig Platz für eine persönliche Note. Niedrige Antwort- oder Erfolgsraten sind das Ergebnis. Die anfängliche Zeitersparnis wird zum Negativfaktor. Werden Sie besser selbst kreativ – diese Tipps helfen Ihnen beispielsweise beim Verfassen individueller E-Mail-Nachrichten für die Direktansprache.
Hierbei unterscheiden sich Tools, mit denen Sie selbst auf die Suche gehen, von professionellen, kostenpflichtigen Angeboten zum Active Sourcing.
Bei der eigenen Suche ist Google die beste Wahl. Eine durchdachte Suchanfrage mit der richtigen Keyword-Kombination liefert Ihnen schnell Ergebnisse. Um die perfekte Keyword-Kombination zu finden, unterstützen Sie verschiedene Keyword-Tools.
Ein weiteres nützliches Tool ist der Multi-Highlighter für Google Chrome. Er zeigt Ihnen schon auf den ersten Blick mehrfarbig, ob sich in den Profilen eines Kandidaten auch wirklich alle geforderten Suchbegriffe finden.
Auf der gefundenen Profilseite müssen aber nicht sämtliche Informationen zu dieser Person hinterlegt sein. Prophet für Google Chrome sammelt diese dann zusätzlich für Sie ein – eine Telefonnummer, weitere Onlineprofile und Ähnliches.
Um die Übersicht zu behalten, lohnt es sich alle diese Informationen in einer eigenen Datenbank zusammenzuführen: genutzte Tools, Quellen oder Suchbegriffe bis hin zu den Kandidateninformationen. Mit dieser Datenbank steuern Sie aktuelles Sourcing effizienter. Und gleichzeitig bauen Sie sich ein eigenes Multi-Tool für zukünftige Kandidatensuchen.
Zugegeben: Derartiges Sourcing ist sehr arbeitsintensiv. Deswegen fällt die Wahl häufig auf kostenpflichtige Sourcing Tools, die Ihnen all diese Arbeiten abnehmen und passende Kandidaten präsentieren. Die bekanntesten Beispiele:
Denken Sie dabei aber auch immer an Ihr Employer Branding oder das Personal Branding als Sourcer. Sorgen Sie deswegen vor der Direktansprache für eine ansprechende Eigenpräsentation und Auffindbarkeit im Web. Denn Sie können sicher sein, dass fast jeder kontaktierte Kandidat als Erstes nach Ihnen googeln wird.
Diverse Soziale Netzwerke und Hunderte Online-Plattformen bieten Ihnen viele Kanäle für die Direktansprache. Es empfiehlt sich, nicht alle, aber ein Bündel davon zu nutzen. Welche Sie wählen, hängt vor allem von der Onlinenutzung Ihrer Zielgruppe ab. Wo finden Sie diese am ehesten?
Schon lange bevor das Internet seinen Siegeszug antrat, haben Personaler oder Headhunter Active Sourcing in der realen Welt betrieben. Diese konventionelle Form der Direktansprache funktioniert heute noch genau wie damals – zum Beispiel bei:
Zwar dominieren heute unter Kosten- und Effizienzaspekten die digitalen Active Sourcing-Strategien, aber auch diese althergebrachte Direktansprache bleibt erfolgsversprechend. Vergessen Sie diesen klassischen Weg zu den idealen neuen Mitarbeitern deswegen nicht. Die richtige Mischung entscheidet über den Erfolg. Eines der größten deutschen Unternehmen – die Telekom – zeigt das:
Die Deutsche Telekom AG ist nicht nur Europas führendes Telekommunikationsunternehmen, sondern auch ein Musterbeispiel für Active Sourcing . Sie nutzt online wie offline die komplette Bandbreite der Direktansprache. Hier erzählen die Verantwortlichen warum. Dazukommt das Empfehlungsrecruiting, welches bei der Telekom zunehmend als Referral Recruiting genutzt wird. Damit öffnen sich private Netzwerke, Freundes- und Bekanntenkreise auch für Unternehmen und ihre Personalsuche. Diesen noch ziemlich jungen Weg im Recruiting sollten Sie neben den Active Sourcing unbedingt im Auge behalten.
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